Historie von Burg

Kurze Historie von Burg (Spreewald) von der Eiszeit bis zur Eisenbahnzeit 

Ursprungslandschaft Spreewald

  • Die letzte Eiszeit hatte ihren Höhepunkt vor etwa 21.000 Jahren und ging vor etwa 10.000 Jahren zu Ende.
  • Die Entstehung des Spreewalds ist auf diese Eiszeit zurückzuführen.
  • Mit dem Einsetzen der Gletscherschmelze entstand ein Netz aus Fließen und Sümpfen, zwischen denen sich durch Ablagerungen kleine Sandinseln erhoben.
  • Für die Siedlergenerationen aus verschiedenen mitteleuropäischen Ethnien, die aus Europas größtem Binnendelta mit einer Fläche von rund 475 km das heutige UNESKO -Biosphärenreservat Spreewald schufen, konnte wohl nur gelten:
    • Der (den) ersten Generation(en) der Tod;
    • der (den) nächsten die Not und erst
    • der (den) folgenden Generation(en) das Brot!
  • Im Freilandmuseum Lehde wurde ein historisches, bäuerliches Wohnstallhaus wurde ein historisches, bäuerliches Wohnstallhaus, bestehend aus Familienzimmer und Tenne aus der Zeit um 1850 wieder aufgebaut: .
    • Das Spreewaldzimmer diente gleichzeitig meist drei Generationen als Wohn-, Ess- und Schlafraum; im Familienbett mit Bettkästen konnten bis zu 15 Familienmitglieder schlafen!
    • In der Tenne des Hauses befanden sich unter anderem Arbeitsgeräte aus dem landwirtschaftlichen

        Zahlreiche Sagen, Märchen, Mythen und Legenden, erzählen von der Spreewälder Pionierzeit längst vergangener Epochen.

        Trotz oder gerade wegen der schwierigen Ansiedlungsbedingungen fühlen sich die Nachkommen der Siedler bis heute untrennbar mit der Spreewälder Region verbunden sind.

Archäologisches Dreiperiodensystem der Menschheitsgeschichte in Europa (Allgemein)

  • In der Systematik der Archäologie im Europäischen Raum wird die zeitliche Gliederung der Menschheitsgeschichte vereinfacht nach dem Dreiperiodensystem in folgende 3 Abschnitte unterteilt:
    • Jungsteinzeit oder Neusteinzeit (ca. 5800 und 4000 v. Chr.)
    • Bronzezeit (ca. 3600 - 2000 v.Chr.)
    • Eisenzeitalter (ca. 500 - 332 v.Chr.)

 Ansiedelungen auf dem Gebiet (Areal) des Schlossbergs Burg 

  • Jungsteinzeit
    • Die frühesten Ansiedler im Spreewald waren vermutlich die Semnones in der Jungsteinzeit, die nach Tacitus (*58 n. Chr.; † um 120) als das Stammvolk der elbgermanischen Sueben gelten.
    • Auf dem Gebiet des Schlossbergs lässt sich aus der Zeit der jüngeren Steinzeit eine Erdburg (Wallburg) nachweisen, die Schutz vor Hochwasser und den  Angriffen von Feinden bot.
    • Nach Tacitus könnte die Wallburg das große Heiligtum der germanischen Semnonen gewesen
  • Bronzezeit
    • Ein über 3000 Jahre alter dreirädriger Kultwagen, der 1876 bei Regulierungsarbeiten an der Spree gefunden wurde, belegt die Ansiedlung der Semnones spätestens ab der Bronzezeit.

Errichtung der Burganlagen auf dem Schlossberg um 1000 n. Chr.

  • Der polnische Slaven-König Bolesław I. (genannt „der Tapfere“), ließ um das Jahr 1000 am Schlossberg eine Burg-Anlage bauen.
  • Die Wall-Burg-Anlage war damals eine der größten Burganlagen nördlich der Mittelgebirge.
  • Der heutige Schlossberg ist eine 62 m hohe Erhebung (Talsandinsel) nördlich von Burg (Spreewald), auf dem sich der Bismarckturm (Bauzeit:1906–1907) befindet.

Ursprungsgebiete, Sprachgebiete, Christianisierung der Sorben/Wenden

  • Ursprungsgebiete der Sorben/Wenden
    • Die Geschichte der Sorben und Wenden reicht bis in Zeit der großen Völkerwanderung ins 6.Jahrhundert zurück.
      • In dieser Zeit verließen große Teile des slawischen Stammes ihr ursprüngliches Gebiet zwischen den Flüssen Oder und Dnepr und zogen in das Gebiet  zwischen Ostsee und Erzgebirge; etwa 20 sorbischen Stämme besiedelten ein Gebiet von circa 40 000 km².
    • Der fränkischen Chronisten Fedegar berichtet erstmals im Jahr 631 von den Sorben, und zwar vom Sorbenfürsten Derwan.
      • Derwan war Fürst eines zwischen Saale und Mulde siedelnden Stammes der "Surbi", auf denen die Namensgebung Sorben zurückgeht; zusammen mit weitere Stämmen, z.B. des westslawische Stammes der "Lusici" in der Niederlausitz und den Stamm der "Milceni" bezeichnete man die Nachfahren der "Lusici" und der "Milceni" einheitlich als Sorben.
    • Der Name Wenden für die Sorben entstand im frühen Mittelalter als Folge eines Schreibfehlers römischer
      • Der Schreibfehler wurde zum Sammelbegriff (Sorben/Wenden) für ost- und südeuropäische Völker, die nicht in einem eigenen Staat lebten.
  • Sprachgebiete der Sorben/Wenden
    • Heute leben in Sachsen und Brandenburg noch etwa 60 000 Sorben, deren Muttersprache sorbisch ist.
    • Die Niederkausitzer Spreewaldbewohner einschließlich der Gegend um Cottbus herum nennen ihre Sprache wendisch;
    • Die Oberlausitzer in der Gegend um Bautzen sprechen obersorbisch.
    • Burg heißt auf:
      • deutsch - Berg;
      • obersorbisch - Hora;
      • niedersorbisch - Gora.
  • Christianisierung der Sorben/Wenden
    • Durch die Ostexpansion des Heiligen römischen Reichs deutscher Nation im 10. Jahrhundert wurden die slawischen Stämme unterworfen.
    • In der nachfolgenden Zeit wurden die Sorben auf dem Gebiet der Bistümer Brandenburg, Meißen, Merseburg und Zeitz/Naumburg christianisiert.
      • Eine Kirche in Burg wird erstmals in 1346 erwähnt.
    • 1540 ist die Mehrheit der sorbischen Christen zur evangelischen Konfession konvertiert. 

Zur lokalen Geschichte Burg (Spreewald) bis zur Eisenbahnzeit

  • Burg wird erstmals in einer Verkaufs-Urkunde vom 29. September 1315 als eine Besitzung „Villa Bork“ der Herrschaft Lübbenau erwähnt.
  • Gründungsjahr der Streusiedlungen von…
    • Burg-Kauper ist 1725 (Friedrich Wilhelm I, s.u.)
    • Burg-Kolonie ist Jahre 1766 (Friedrich II, s.u.)
  • 1960 wurde aus den drei Orten Burg-Dorf, Kolonie und -Kauper eine Gemeinde, - die mit 35 Quadratkilometern flächenmäßig größte Gemeinde der damaligen DDR.

Burger Spreewald im 30-jährigen Krieg (1618-1648)

  • Im 30-jährigen Krieg um Religion und Macht, sowie von Plünderung und unmenschlicher Schändung der Bevölkerung in den Kriegszeiten, blieb der Spreewald von den Kriegsgräueln weitgehend verschont, weil er damals noch so gut wie unzugänglich war.
  • Nicht verschont wurde Burg jedoch nicht von den Tod und Elend bringenden Pestausbrüchen 1627 und 1632/1633 in der Lausitz.

Besiedelung des Umlandes von Burg durch preußische Könige im 18. Jahrhundert

  • Der „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I (* 14.8. August 1688; † 31. Mai 1740) schickte mit Hilfe des königlichen Cottbuser Amtes seine ausgedienten Soldaten in den Burger „Pusch“.
    • Bis zum Gründungsjahr von Burg-Kauper, sollen sich in Kauper 136 angesiedelt haben.
  • Friedrich II. oder Friedrich der Große (* 24.1. 1712; † 17. August 1786) setzte die Ansiedelungsstrategie seines Vaters fort.
    • Er ermöglichte mehr als 100, zumeist ausländischen Siedlern (aus Sachsen, Schlesien, Böhmen oder Österreich), durch die Vergabe von Land die Gründung von Burg-Kolonie im Jahre 1766.
  • Ziel der königlichen Ansiedelungsstrategien war, dass sich die Siedler im sumpfigen Land auf natürlichen bzw. künstlichen Anhöhen und Inseln Häuser bauten, das Land urbar machten, um auf diese Weise den Reichtum des Staates zu erhöhen.

Eisenbahnzeit im Spreewald (1898 - 1970)

  • Die Bahnstrecke Berlin-Cottbus-Görlitzer wurde 1866 erbaut.
  • Die Spreewaldbahn von Lübben über Burg nach Cottbus entstand 1898.
  • Die Spreewaldbahn (niedersorbisch Błośańska zeleznica, im Volksmund „Spreewaldguste“, „Bimmelguste“ bzw. „Tschuchte) war eine meterspurige Schmalspurbahn von deren Betriebsmittelpunkt Straupitz die Strecken nach Lübben, Goyatz, Lieberose und Cottbus führten.
    • Ihre größte Ausdehnung erreichten die Strecken der Spreewaldbahn von 1904 bis 1929 mit einer Gesamtlänge von 84,7 Km.
  • Am 21. Mai 1899 erfolgte auch für Burg der Anschluss an die stählernde Lebensader Berlin-Burg-Berlin.
    • Der Bahnhof Bug wurde am 29. Juni 1898 eingeweiht.
  • Seit 1970 ist Spreewaldbahn die Geschichte.